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  • AutorenbildSusanne Barrios

Der Startpunkt für Deinen Weg zu mehr beruflicher und privater Zufriedenheit...

Aktualisiert: 22. Aug. 2022

kann ein einfaches weißes Blatt Papier, ein Stift und eine Stunde Zeit sein.


Auf diesem Blatt kannst Du der Frage nachgehen, was die Stützen sind, die Dich im Leben tragen und wie es um diese bestellt ist. Diese Frage stellen wir uns sicherlich an der ein oder anderen Stelle immer wieder - und das insbesondere in Veränderungssituationen. Dabei fällt der Fokus schnell auf verschiedene Lebensbereiche, die sich gegenseitig ergänzen und stabilisieren jedoch manchmal auch im Ungleichgewicht sind. Häufig beschrieben werden fünf wesentliche Aspekte, die unsere Identität ausmachen und sie als tragende Pfeiler stützen.


Diese 5 Säulen der Identität wurden vom deutschen Psychologen Hilarion Petzold definiert. Nicht für jede:n sind alle Säulen gleich wichtig (gleich dick), denn jede:r von uns hat unterschiedliche Präferenzen. Das macht uns als Menschen unverwechselbar und besonders. Grundsätzlich gilt, dass die Zufriedenheit tendenziell mit dem "Füllstand" der Säulen steigt, aber wer kennt das nicht, dass in einer der Säulen nicht alles rund läuft:

  • Die leckeren Schokokekse im Home Office helfen nicht unbedingt bei der Reduktion der Speckpölsterchen

  • Ein Streit mit einer guten Freundin, einem Kollegen oder Partner belastet unser Gemüt

  • Der Job macht nach ein paar Jahren einfach nicht mehr richtig Spaß, und die Kollegin mit den spitzen Ellenbogen wurde bei der Beförderung bevorzugt

  • ...

Das kennen wir wahrscheinlich alle und genau das ist Teil des Abenteuers, das sich Leben nennt. Eine Herausforderung kann es werden, wenn die Balance für uns selbst nicht mehr gewahrt ist, z.B. der Füllstand in mehreren Säulen für uns zu niedrig ist, oder eine wichtige Säule anfängt zu wanken. Dann kann das ganze Identitäts-Haus wackelig werden und wir fühlen uns (zurecht) verunsichert, unzufrieden und unglücklich. Dann ist es höchste Zeit aktiv zu werden.


Die Übung zu den 5 Säulen der Identität ist eine schöne Möglichkeit der Selbsterkundung und der Standortbestimmung, die wir euch hier in einer Kurzfassung vorstellen möchten.


Schritt Nr.1 - Standortbestimmung


Nimm Dir einen Zettel und Stift und mindestens 1 Stunde ungestörte Zeit. Mal Dir Deine 5 Säulen auf und beantworte für Dich ganz ehrlich die Frage, wo Du gerade in den einzelnen Bereichen stehst.

Körper & Gesundheit: Gesundheitszustand, Zufriedenheit mit dem Aussehen, Wohlbefinden, erfüllte Sexualität, Leistungsfähigkeit Soziale Beziehungen: Familie, Partnerschaft, Freunde, Netzwerk, Kollegen, Beziehungen allgemein Arbeit & Leistung: Aus- und Weiterbildung, Beruf, Leistung und Erfolg Finanzielle Sicherheit: Geld, Einkommen, Wohnung, Besitz, Lebensstandard, Kleidung Werte: Überzeugungen, Moral, Lebensphilosophie, Glaube, Moral

Die intensivere Beschäftigung mit den einzelnen Säulen hilft Dir, ein besseres Verständnis für die verschiedenen Aspekte und deine eigene Situation zu bekommen. Konkrete Fragen können Dir hierbei helfen, z.B. für die Säule der sozialen Beziehungen:

  • Welche Beziehungen pflegst Du (beruflich & privat)?

  • Wie fühlst Du Dich in diesen Beziehungen?

  • Was bedeuten Dir Beziehungen zu anderen Menschen?

  • Wo siehst Du vielleicht Handlungsbedarf?

Oft ist es hilfreich, eine Skala zu nutzen, um die Einschätzung greifbarer zu machen. Nutze eine Skala von 1 (die Säule ist kaum gefüllt) bis hin zu 10 (die Säule ist vollständig gefüllt) für Deine Einwertung. Am besten trägst Du die Werte direkt in Dein Bild ein. Damit sprichst Du auch den visuellen Teil Deines Gehirns an und siehst auf einen Blick wie dick Deine einzelnen Säulen sind und wie weit sie gefüllt sind.

Tipp: Höre auf Dein Bauchgefühl, beantworte die Fragen schnell und versuche nicht die Einwertung zu "zerdenken".

Schritt Nr.2 - Reflexion


Nur Du kannst entscheiden, ob Dein Gesamtbild für Dich passt, oder ob Du etwas verändern möchtest. Wirf einen Blick auf Deine 5 Säulen der Identität und notiere Dir alle Gedanken, die Dir spontan in den Sinn kommen. Wie fühlst Du Dich, wenn Du auf Dein Identitäts-Haus schaust? Bist Du zufrieden mit dem, was Du siehst? Was sagt Dein Herz dazu - und was Dein Kopf? Willst Du vielleicht bewusst neue Schwerpunkte setzen? Wo gibt es aus Deiner Sicht Handlungsbedarf?


Schon das Reflektieren alleine im stillen Kämmerlein bringt viele gute Erkenntnisse! Richtig viel Musik spielt hier aber insbesondere im Coaching beim gemeinsamen Reflektieren und Hinterfragen.


Schritt Nr.3 - Action


Um Deine Handlungsfelder zu identifizieren kannst Du z.B. überlegen, welchen Füllstand Du für die einzelnen Säulen anstrebst. Sei dabei realistisch und gütig mit Dir selbst: eine 10 in allen Bereichen ist vielleicht gar nicht erstrebenswert - unterschiedliche Schwerpunkte und Prioritäten sind völlig normal. Wenn Du Dein Ziel auch in das Bild einträgt, siehst Du auf einen Blick, wo Du gerade stehst (IST) und wo Du hin möchtest (SOLL) und kannst für Dich konkrete Maßnahmen definieren, die Dich auf dem Weg zu Deinem Zielbild voran bringen. Behalte dabei die SMART-Regel im Hinterkopf und halte auch die Wechselwirkungen zwischen den Säulen im Blick.


Es kann hilfreich sein, Dich zu Deinen Themen mit Anderen auszutauschen - es ist immer wieder spannend, die eigene Perspektive um ein Fremdbild zu erweitern. So kommen oft neue Ideen und Gedanken zu Tage, auf die Du alleine nicht gekommen wärst. In unserem CareerReflAction-Programm nutzen wir daher immer wieder die kreative Schwarmintelligenz der Kleingruppe.


Die 5 Säulen der Identität sehen vielleicht unscheinbar aus, sind aber eine kraftvolle Übung zur Persönlichkeitsentwicklung. Diese Methode ruft bei vielen Klient*innen tiefgreifende Gedanken und Emotionen hervor und stößt zudem nachhaltige Entwicklungen an. Eine tolle Methode zur regelmäßigen Standortbestimmung, um so zu mehr beruflicher und privater Zufriedenheit zu gelangen.


Welche Übungen nutzt Du, um für Dich regelmäßig Deinen eigenen Standort zu überprüfen?



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